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Rezension von Patrizia

August 16, 2017

 

 

Auf dem Büchermarkt gibt es viele Sachbücher zum Thema Zöliakie und glutenfrei. Die Einen mit guten sachlichen Informationen, die Anderen naja… . Auch Kinderbücher haben wir schon gefunden, aber so einen richtigen Jugendroman, der das Thema gut aufbereitet und trotzdem unterhält, sowas fehlte bis dato noch.

 

Verena Herleth hat das Thema aufgegriffen und einen unterhaltsamen Jugendroman verfasst.

Verena selbst hat zwar keine Zöliakie, hat aber bei ihrer besten Freundin erlebt, was es heißt, ein Zöli zu sein und man kann kaum glauben, dass das Buch von einem Nichtbetroffenen geschrieben wurde.

Aber seht selbst…

 

Der Roman erinnerte mich sofort an einen Schullandheimroman à la Hanni und Nanni. Locker leicht zu lesen, aber mit einer Botschaft im Gepäck.

Das Vorwort wurde von Mirjam, einer ehemaligen Sprecherin des Jugendausschusses der DZG, geschrieben. Es ist ein positiver Einstieg in das Thema, und vermittelt gleich zu Beginn, dass das Leben mit der Diagnose Zöliakie nicht zu Ende ist, sondern ein Neuanfang.

 

Die Geschichte handelt von der Jugendlichen Carina, die bei Erhalt der Diagnose Gluten- und Laktoseintoleranz in ein tiefes Loch fällt. Die ersten 30 Seiten sind daher sehr deprimierend und traurig-frustriert geschrieben. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich gerade Neudiagnostizierte auf diesen Seiten selbst wieder finden. Auch für Außenstehende wird auf diesen Seiten nachvollziebar, was für ein Schlag so eine Diagnose und die damit entstandene Einschränkung am Anfang sein kann.

 

Carina wird auf einen Ernährungskurs in den Bergen geschickt. Dort soll sie lernen, mit ihrer neuen Situation klar zu kommen und das wichtige Basiswissen zu erlernen, um nahezu normal leben zu können. Denn je besser man sich mit der Zöliakie und dem Thema glutenfrei auskennt, desto weniger Einschränkungen hat man im Leben.

Und schon ist man mitten in der Geschichte eines unterhaltsamen Jugendromans. Die junge Carina, die für zwei Wochen in ein Ernährungssanatorium kommt, welches eher einer Jugendfreizeit gleicht. Dort lernt sie andere Zölis kennen, findet tolle Freunde und lernt viel über die Zöliakie und dadurch auch über sich selbst.
Freundschaft, Zickereien, Lehreinheiten, Liebesgeschichten. Das Buch entwickelt auf unterhaltsame Art eine schöne Geschichte, in welche das Thema Unverträglichkeit eingebaut und Wissen vermittelt wird.

Auf Seite 66 wird erklärt, was jeder Zöli und seine nähere Umgebung wissen sollte. Von der Allergenkennzeichnung, welche seit 2005 gilt, über die Bedeutung der 20ppm, bis hin zu dem berühmt berüchtigten Spurensatz, wird alles anschaulich und leicht verständlich erklärt.

 

Auch die Kapitel „Gewohnheiten“, „In Asien isst man glutenfrei“ und „Tiefe Erkenntnisse“ machen nicht nur Neulingen, sondern auch alten Hasen klar, dass wir uns zum Teil nur deswegen eingeschränkt fühlen, weil wir es von Früher anders gewohnt waren. Viele Einschränkungen entstehen nur in unseren Köpfen und je mehr wir über Zöliakie wissen und je besser wir die Krankheit als einen Teil von uns akzeptieren, desto einfacher, positiver und fröhlicher wird unser Leben. Zöliakie ist nicht nur eine Krankheit, es wird zu einer Lebenseinstellung. Und wer das positiv angeht, wird auch viele Vorteile daraus ziehen.

Das zeigt sich auf Seite 127 in einem Tagebucheintrag von Carina, in welchem sie erkennt, dass sie von allen anderen nach wie vor akzeptiert und geliebt wird. Nur sie selbst hat weder sich, noch die Krankheit akzeptiert und das war auch der Grund ihrer tiefen Traurigkeit zu Beginn der Geschichte.

 

Carina und ihre Freunde lernen nicht nur viel über ihre Krankheit in diesen zwei Wochen, sie erleben auch viel. Die Geschichten, welche rund um das Thema Zöliakie stattfinden, machen dieses Buch lustig, spannend und unterhaltsam zugleich.

 

Auch habe ich für den von mir verwendeten Begriff „Hobbyallergiker“ eine neue Bezeichnung gelernt: „Pseudozölis“. Dieser Begriff wird im Buch für Menschen verwendet, welche hier und da nach glutenfreien Essen fragen, dann aber z.B. ihr gepflegtes Weizenbier dazu trinken und somit oft ein falsches Bild von Zöliakie in der Öffentlichkeit vermitteln.

Auch wenn es das beschriebene Sanatorium leider nicht in echt gibt, vermittelt das Buch die wichtigsten Punkte, die auch wir vom Zöliakie Austausch jedem Zöli nahe legen:

  • Informiere dich, damit du Bescheid weißt, worum es geht und was wichtig ist.

  • Kläre andere auf, damit sie dich verstehen und unterstützen können

  • Treffe dich mit anderen Zölis, habt Spaß und tauscht euch aus

Denn wer das alles befolgt, wird nicht nur ein glücklicher Zöli, sondern findet neue Freunde, neue Speisen, auf die man vorher vielleicht gar nicht gekommen wäre und entwickelt ein besseres Bewußtsein für seinen Körper und sich selbst.

Wenn es der Anspruch der Autorin war, dass Betroffene sich emotional in dem Buch wiederfinden können, so hat sie das zu 100% umgesetzt.

Dieses Buch ist ideal geeignet, als Lektüre im Freundeskreis bzw. der  Schulklasse eines zöliakiebetroffenen Jugendlichen. Das Buch informierter und lässt nachempfinden wie sich ein Jugendlicher mit Zöliakie fühlen kann.

Ich kann das Buch uneingeschränkt weiter empfehlen und hoffe, dass es vielen Jugendlichen mit Zöliakie hilft, mit der Diagnose schneller und besser klar zu kommen.

Und ob es am Ende des Buches eine Liebesgeschichte mit Happy End gibt, das lest ihr am Besten selbst nach

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